Kopfbereich:


Inhalt:

26.07.2010

Guter Kapitalismus: Gibt es ihn?

Nachlese zur Capito Fachtagung am 08. Juli 2010 in Linz.

Flughafentower mit Schriftzug ChancengleichheitGleich zu Beginn stellte Fred Luks, Nachhaltigkeitsmanager der Bank Austria klar: „Das kann ich nicht beantworten.“
Dennoch fand er so etwas wie eine Antwort mit der These, dass guter Kapitalismus die Balance zwischen den 3 Eckpunkten eines Dreiecks aus Ökologie, Ökonomie und Soziales hält. Anders gesagt, guter Kapitalismus schafft Bedürfnisbefriedigung, ohne dabei die Befriedigung der Bedürfnisse anderer zu riskieren. Dies bedingt, sowohl ökonomisch, ökologisch als auch sozial nachhaltig zu agieren. Fred Luks spricht nicht gerne von Corporate social Responsibility (CSR), da der Begriff „social“ meist fälschlicherweise als sozial sein im Sinne von „etwas Gutes tun“ übersetzt wird. Social Responsibility meint aber, Verantwortung für den sozialen Zusammenhalt einer Gesellschaft als ganzes zu übernehmen. Corporate sustainable Responsibility sei daher eigentlich der „richtigere“ Begriff, er nehme stärker in den Blick, dass es um die Sicherung von Ressourcen geht, und zwar auf allen Ebenen, die eine Gesellschaft braucht, um überleben zu können. 2 Motivationsquellen sieht Fred Luks für CSR: Einerseits Werte, (und man könne Unternehmen hier durchaus beim Wort nehmen) und andererseits den business case, sprich: Es lohnt sich. Wohl nicht nur nach Fred Luks ist jene zweite Quelle die nachhaltiger wirksame. Sie setzt zwar auf mikroökonomischer Ebene, nämlich direkt am Unternehmen an, aber gerade dort, wo es um Produkte geht, die sich nicht sehr von denen der Konkurrenz unterscheiden, können Unternehmen sich mit dem Thema Nachhaltigkeit im Wettbewerb positionieren.

Wie solche Positionierungen aussehen könnten, stellten die nachfolgenden Referentinnen und Referenten aus der Praxis eindrücklich vor.
So positionieren sich die Ausbildungs- und Werkstätten des BFI als welche, die besonderen Wert auf die Arbeitssicherheit ihrer Teilnehmerinnen und Teilnehmer legen. Weniger Unfälle und persönliche Sicherheit im Umgang mit Maschinen und gefährlichen Stoffen werden erreicht, indem man einschlägige Unterlagen und Anleitungen barrierefrei und leicht verständlich anbietet.

Der Verkehrsverbund Steiermark GmbH - Aichfeld zeigt Menschen mit Behinderungen aller Art, dass er bereit ist für sie. Herr Markus Hauser zeigte auf, wie breit Barrierefreiheit im öffentlichen Verkehr gesehen werden kann. Nicht einmal die Fahrpläne waren vor ihm sicher, auch diese wurden leichter verständlich und handhabbar gestaltet. So will man dafür sorgen, dass auch die Kommunikation zwischen Unternehmen und Kundschaft barrierefrei wird.

Was sich Kundinnen und Kunden in der Kommunikation der Unternehmen mit ihnen wünschen, wurde in der Studie der FH der Wirtschaft, Studiengang International Marketing und Sales deutlich. Fair informiert will man werden, ehrlich, verständlich und praktisch nutzbar. Walburga Fröhlich von atempo präsentierte Studienergebnisse zum Bedarf und Nutzen barrierefreier Kommunikation aus Konsumenten-und Unternehmersicht. Mehr Info zur Studie gibt es hier.

Das Berufsbild ist die Basis jeder Lehre. Umso schlimmer, wenn weder Ausbildnerinnen und Ausbildner noch Lehrling es verstehen. Peter Schumacher von der Arbeiterkammer Tirol präsentierte Berufsbilder in Leichter Sprache. Ein Produkt, dass nicht nur Menschen mit Behinderungen zugute kommt, sondern allen Lehrlingen und den Ausbildnerinnen und Ausbildnern dazu. Denn nun verstehen beide Seiten, was für eine erfolgreiche Lehre gelehrt, bzw. gekonnt werden soll und können sich darauf berufen. So zeigt sich die Arbeiterkammer in ihrer ureigenen Domäne als jene Institution, die sich für die Emanzipation der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einsetzt.

„Tue Gutes und rede darüber“, denn das kann auch für den business case hilfreich sein. Barrierefreie Angebote müssen, wie alle anderen Innovationen auch beworben und neu am Markt eingeführt werden. Was bei der Bewerbung zu beachten ist, um nicht in Fettnäpfchen zu treten und wie man die Zielgruppen erreichen kann, das war Inhalt des Vortrags von Karoline Krauland, der Cedos Expertin für Barrierefreiheit.

Veranstaltungen welcher Art auch immer barrierefrei zu gestalten, das bedeutet nichts anderes als „Gastfreundschaft“, erläuterte Dietmar Löffler von Capito. Denn wenn Veranstalterinnen und Veranstalter gastfreundlich sind, dann ergibt sich das Denken an Barrierefreiheit fast von selbst. Gastfreundlich zu sein heißt, rechtzeitig dafür vorzusorgen, dass alle eingeladenen Gäste zu einer Veranstaltung kommen und diese genießen können.

Selbstverständlich sollte es wohl sein, dass man sich dabei Hilfe von Expertinnen und Experten holt. In anderen Bereichen tun wir das ja auch, wenn es zum Beispiel ums Kochen geht oder um die Erstellung einer Multimediashow. Birgit Peböck vom KI-I in Linz machte am Beispiel „Capito-Standard“ klar, wieviel Expertenwissen hinter guten Produkten in Leichter Sprache steckt und warum es sinnvoll ist, nach einem Qualitätsstandard zu fragen.

Großen Anklang fanden am 2. Tag des IKT-Forums die Beiträge über und in Leichter Sprache, und das nicht nur bei Tagungsteilnehmerinnen und Teilnehmern mit Lernschwierigkeiten. Referate aus dem IKT-Forum werden in Kürze auf der Website http://www.iktforum.at/ zum Download bereit stehen.

Fotogalerie>

 

24.04.2010

Gibt es den Guten Kapitalismus? - Capito Fachtagung am 8.Juli 2010 in Linz!

Die Capito Fachtagung findet jährlich statt.
Hier können Sie das aktuelle Programm der Capito Fachtagung downloaden (0.12 MB | pdf) .

Für blinde Nutzerinnen und Nutzer stellen wir auch ein Worddokument des Tagungsprogramms (0.03 MB | doc) zur Verfügung.

Für Frühbucherinnen und Frühbucher bis zum 17.Juni beträgt der Teilnahmebeitrag 50,- Euro, danach 70,- Euro. Im Teilnahmebetrag enthalten sind die Tagungsunterlagen, Kaffeepausen und Mittagessen während der Tagungszeiten.

Schülerinnen, Schüler, Studentinnen und Studenten können kostenlos an den Vorträgen und Workshops teilnehmen. Es ist lediglich ein gültiger Schüler- bzw. Studentenausweis vorzuweisen.

Hier geht es weiter zur Anmeldung online unter:
http://www.iktforum.at/registration.html


In diesem Jahr haben wir uns mit dem IKT-Forum vom 8. und 9.Juli 2010 verbündet, um unserem Publikum noch mehr spannende Inhalte und Gelegenheiten zum Netzwerken bieten zu können.
Alle Besucherinnen und Besucher der Capito Fachtagung können mit der gleichen Anmeldebestätigung auch alle Vorträge und Workshops des IKT-Forum an beiden Tagen besuchen.
Erstmals wird das IKT-Forum auch eine eigene Workshopreihe in Leichter Sprache anbieten. Selbstverständlich sind auch diese Workshops für das Publikum der Capito Fachtagung offen.

Die Capito Fachtagung wird von den Organisationen des Capito Netzwerks veranstaltet. Organisiert wird die Capito Fachtagung von der CFS Consulting, Franchising & Sales GmbH, A 8010 Graz, Grazbachgasse 39, Tel. 0043 316 81 47 16 -0, Fax: -20 als Koordinator des Capito Netzwerks.

Barrierefrei-Service:
Die Veranstaltungsräumlichkeiten sind barrierefrei für rollstuhlfahrende und mobilitätsbehinderte Gäste. Workshops und Vorträge werden nach Bedarf in Gebärdensprache angeboten. Einige Workshops und Vorträge werden in leichter Sprache angeboten. Bitte setzen Sie sich für das Barrierefrei-Service mit den Organisationen des IKT-Forums in Verbindung:
Kompetenznetzwerk KI-I
Hafenstr. 47-51
A - 4020 Linz
eMail: iktforumENTFERNEN SIE DIESEN TEXT, ER DIENT ALS SPAMSCHUTZ@ki-i.at
Tel.: ++43 732 9015 5490
Fax: ++43 732 9015 5499

30.03.2010

Chancengleichheit mit guter Berufsausbildung

Das Berufsbild ist die verbindliche Grundlage für Lehrherrn oder Lehrfrau und Lehrling. Im Berufsbild steht, was der Lehrling am Ende der Lehre können wird und der Lehrherr oder die Lehrfrau ihm beibringen sollen. Ein wichtiges Dokument für beide Seiten.
Eigentlich sollte es also selbstverständlich sein, dass solche Berufsbilder eine klare und deutliche Sprache sprechen und leicht verständlich sind.

Foto:Julian Kirchner und Maija Zivkovic bei der aRbeit mit ihren BerufsbildernNicht erst seitdem auch Jugendliche mit Behinderungen im Rahmen der Integrativen Berufsausbildung ihre Lehrverträge auf der Grundlage dieser Berufsbilder abschließen sollen, weiß man: So leicht verständlich und klar sind sie eigentlich doch nicht.
Die Arbeiterkammer Tirol ist nicht beim „Ja, das wissen wir“ geblieben. Sie hat ein Beispiel dafür geschaffen, wie man es anders machen kann und kurzerhand Capito-Tirol beauftragt, die 10 häufigsten Berufsbilder in eine leicht verständliche Sprache zu übersetzen.
Und siehe da: Nicht nur Lehrlinge mit Behinderungen verwenden die verständlichen Berufsbilder gerne, sondern auch alle Anderen und die AusbildnerInnen erst recht: „Ich verwende für die Begleitung meines Lehrlings das Berufsbild in Leichter Sprache, da ich damit eine gute Grundlage habe, wie und was ich ihm beibringen muss. Und er selbst kann seine Lernziele und seinen Lernerfolge selbständig überprüfen.“ so Helga Nevinny-Stickel, die einen Bürokaufmann-Lehrling begleitet.

Die leicht verständlichen Berufsbilder stehen allen Lehrlingen und AusbilderInnen auf der Homepage der Arbeiterkammer Tirol als Download zur Verfügung:

http://www.ak-tirol.com/online/berufsbilder-im-klartext-40212.html

Und Sie finden Sie auch in unserer capito Galerie.

 

Aber auch die Wirtschaftskammer Österreich baut auf Verständlichkeit und barrierefreie Kommunikation. So wurde im Anschluss an die Berufsbildarbeit ein Mustervertrag in „Leicht Lesen“ entwickelt, der online ausgefüllt werden kann. Der Mustervertrag steht derzeit nur als Download unter

http://www.innovia.at/neu/index.php?id=vertraege_teilqualifizierung

auf der innovia-Website zur Verfügung.

Übrigens: Capito-Tirol hat für dieses Best Practise Modell den „Sonderpreis für Barrierefreiheit in der IT 2009“ verliehen bekommen.

 

26.02.2010

Brandneu: Bessere Information bringt mehr Umsatz!

Foto: Fahrplan mit FragezeichenStudie belegt Bedarf und Nutzen von barrierefreier Information.

Wo liegt der größte Bedarf von Verbraucherinnen und Verbrauchern an barrierefreier Information? Und, welchen Nutzen haben Unternehmen davon, wenn sie einfach und verständlich nach außen kommunizieren?
Diesen Fragen ging ein Forscherinnen-Team des Fachhochschul-Studiengangs Marketing & Sales Campus 02 nach, die dieser Tage in Graz vorgestellt wurde.

Klare Botschaften:
Aus Sicht der Verbraucherinnen und Verbraucher besteht ein massives Interesse an vertrauenswürdiger Information. Unsicherheit und Unklarheit über Service-Angebote führen etwa im Hotelwesen dazu, dass Gäste diese Zusatz-Angebote einfach nicht nutzen.
Fachleute aus den Branchen Möbel/Wohnen, Lebensmittel, Tourismus und Elektrogeräte erwarten sich von einem Investment in bessere Information unisono mehr Umsatz und bessere Kundenbindung.

Nicht ganz überraschend die Top-Ärger-Erreger:

  • Bedienungsanleitungen
  • Lebensmittelverpackungen
  • Heizkostenabrechnungen und
  • Fahrscheinautomaten.

Diese Studie wird auf der Capito Fachtagung am 08. Juli 2010 in Linz ausführlich vorgestellt und unter dem Programmpunkt „Mehr Umsatz, mehr Gewinn, mehr Bindung – Wer will das?“ um 17.00 Uhr diskutiert.

Mehr über die Tagung erfahren Sie hier.

25.01.2010

Es gibt ihn! Behindertenbericht 2008 in LL

Die LL- Version des Berichts über die Lage von Menschen mit Behinderung in Österreich 2008

2005 erarbeitete Capito die Leicht Lesen- Version des ersten Berichts aus dem Jahre 2003. Nun erstellte das Bundesministerium für Soziales und Konsumentenschutz in Kooperation mit den anderen Bundesministerien den zweiten Behindertenbericht 2008, eine umfangreiche Dokumentation über die Situation von Menschen mit Behinderungen in Österreich. Schon im November 2009 konnte Capito die Leicht Lesen- Version dieses Berichtes in LL- Gütezeichenqualität übergeben.
Die Originalversion und die Leicht Lesen- Version können auch in Papierform kostenlos über das Broschürenservice des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz bezogen werden.

Dieser Link führt Sie direkt zum Download der LL- Version
https://broschuerenservice.bmask.gv.at/Default.aspx?CID=CH0009

Dieser Link führt Sie direkt zur Originalversion
http://www.bmsk.gv.at/cms/site/liste.html?channel=CH0092

 

19.01.2010

Best Practice eines inklusiven Bildungsangebotes!

Ab Februar bietet die Donau Volkshochschule alle Kurse auch in Gebärdensprache. Bei Bedarf stellt die VHS im 22. Wiener Bezirk für jeden Kurs kostenlos auch ÜbersetzerInnen für Österreichische Gebärdensprache zur Verfügung.
Möglich wird dieses Service durch die Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Gebärdensprach- DolmetscherInnen Verband (ÖGSDV).
Ein Angebot dass sich die Capito Redaktion auch für die Steiermark wünschen würde.


Lesen Sie mehr über diese zukunftsweisende Initiative im Aus- und Weiterbildungsbereich unter
http://www.bizeps.or.at/news.php?nr=10979

 

08.01.2010

Die neuen Capito NEWS sind da!

Die neue Ausgabe der Capito NEWS mit etwas verändertem, frischem Design sind
von vier auf acht Seiten angewachsen. Das Konzept bietet ab sofort für jede Ausgabe einen thematischen Schwerpunkt. Die neue Nummer 10 beleuchtet nicht nur „Wie neue Medien Barrieren abbauen“ sondern zeigt auch Leitprojekte rund um barrierefreie Information in Österreich.
Durch das immer weiter wachsende Netzwerk von Capito in Europa werden die neuen NEWS im Laufe des Jahres 2010 mit mehrsprachigen Artikeln erscheinen.

Lesen Sie mehr in den neuen
Capito-News Nummer 10 - Nov 2009 (0.92 MB | pdf)

 

05.01.2010

UNO-Konvention in Norddeutschland

Die barrierefreie UNO- Konvention von Capito in Leicht Lesen wird seit November 2009 auch von 53° Nord, einer Agentur mit Verlag in Hamburg, beworben und über den Versandhandel vertrieben. Die Nachfrage ist so groß, dass innerhalb von drei Wochen 70 Stück CDs verkauft wurden. Die Angebote und Initiativen von 53° Nord sind einen Besuch auf deren Webseite wert!
http://www.53grad-nord.com

Bei Capito können Sie die CD in unserem Shop direkt bestellen.
http://www.capito.eu/shop/