capito = Museen barrierefrei erleben

Museen, Galerien, Theater – alle reden von Barrierefreiheit. Aber wie barrierefrei können (und sollten) Kulturangebote sein?

Früher war alles besser: Opern- und Konzertabonnements wurden vererbt, der sonntägliche Galeriebesuch war liebgewordene Pflicht. Wer Lust hatte, neue Welten zu erkunden und neue Sichtweisen zu erfahren, besuchte Vorträge oder ließ sich in Museen inspirieren.

Heute ist das anders: unsere Musik haben wir am Handy bzw. mittels Knopf im Ohr sowieso immer dabei, wir streamen unsere Dokumentationen wann und wo wir Lust darauf verspüren. Und was wir wissen und verstehen wollen, finden wir auf Wikipedia oder bei Google, und auf Facebook, Twitter oder Instagram reden wir darüber.

 

Kampf der Schwellenangst

Vieles hat sich seitdem getan, um die Barriere Kultur abzusenken oder gleich ganz verschwinden zu lassen. Eine wirklich große Bandbreite von Vermittlungsangeboten wurde entwickelt, der Schwellenangst der Kampf angesagt.

Workshops, Mitmach-Ausstellungen, Tage der offenen Tür, Museums-Nächte, maßgeschneiderte Angebote für Schulklassen oder Seniorengruppen, unterschiedlichste Formen von Audioguides oder interaktiven Lernangeboten – die Liste der kreativen Vermittlungsangebote der Kulturveranstalter ließe sich beliebig verlängern. All diese Maßnahmen erzählen von dem ehrlichen Bemühen der Kulturinstitutionen, zielgruppenorientiert zu handeln. Und der Erfolg gibt den Museums-Betreibern recht: Nicht selten geraten Ausstellungen inzwischen zu regelrechten Massen-Events, ganz neue Besucherkreise strömen in die einstmals heiligen Hallen. Und das ist gut so!

 

Künstlerische Inhalte begreifen können

Der Kern all dieser Vermittlungsangebote: das Verständlich-Machen und Begreifbar-Machen von künstlerischen oder wissenschaftlichen Inhalten. Denn nur, wer etwas versteht, kann Faszination und Freude, Neugierde und Spaß am Entdecken verspüren. Und angesichts der vielen neuen Besucherinnen und Besucher ist die Vermittlung so wichtig wie eh und je.

Informations-Angebote so (weiter-)zuentwickeln, dass sie bei den Besucherinnen und Besuchern ankommen, ist somit die ewig gültige Konsequenz aus der Strategie der Öffnung. Und all diese (Kommunikation-)Ziele decken sich mit der gesetzlichen Forderung nach Barrierefreiheit. Von leicht verfügbaren und leicht verständlichen Informationen in einer Ausstellung profitieren ja schließlich nicht nur Menschen mit Lernschwierigkeiten. Die capito App hilft allen Menschen komplizierte Inhalte einfach zu verstehen!

Leicht verständliche Infos direkt am eigenen Smartphone

Die capito App sei hier als Beispiel genannt: Das steirische Unternehmen capito beschäftigt sich seit 15 Jahren mit der Erstellung von leicht verständlichen Informationen. Sehr viel dieser Erfahrung ist nun in die Entwicklung der capito App geflossen. Die App stellt einfach und barrierefrei leicht verständliche Informationen in verschiedenen Sprachstufen zu Verfügung. Der Smartphone-Nutzer entscheidet selbst, wie einfach oder schwer es sein darf. Selbstverständlich können mit der App auch mehrere Sprachen abgerufen werden. Die Verbindung von Exponat zu Handy wird über QR-Codes geschaffen. Der Kunde scannt den QR-Code mit der capito App, die Erläuterungen in den unterschiedlichen Sprachstufen erscheinen direkt am Handy.

Einen weiteren Vorteil bietet die App: Sie sammelt Daten über die Nutzung des Angebots. Somit können Museen sehr genau erkennen, welche Exponate besonders interessant sind und welche weniger – ein wertvoller Input für das Qualitäts-Management.

 

Kreative Potenziale

Vor mehr als zehn Jahren haben sich Deutschland, Österreich und 157 weitere Länder mit der Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet, Barrierefreiheit und Inklusion im gesellschaftlichen Leben umzusetzen. Kultur-Angebote gehören eindeutig dazu.
Inklusion und Barrierefreiheit kann sicherlich nicht sofort und für alle umgesetzt werden. Und doch zeigen erfolgreiche Beispiele aus der Welt der Kultur, dass jeder Schritt zum inklusiven Kulturerlebnis die Qualität für alle Besucherinnen und Besucher verbessert und große, bislang oft ungenutzte kreative Potenziale freigesetzt werden.

 

Interesse?

Karoline Körner freut sich auf Ihren Anruf oder Ihre Nachricht!

Magª (FH) Karoline Körner

Spezialistin für Barrierefreiheit

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